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Unternehmer aus Werlte und Sögel informieren sich über die fertiggestellte Bahnstrecke

Sögel/Werlte. Eine gemeinsame Fahrt mit dem „Pingel-Anton“ nutzten die beiden Wirtschaftsverbände bzw. Gewerbevereine um sich aus erster Hand informieren zu lassen, wie die Zukunft der Hümmlinger Eisenbahn aussehen könnte. Darüber hat Dezernent Marc Andre Burgdorf vom Landkreis Emsland gemeinsam mit Heinz Rosen von der Emsländischen Eisenbahn während der Fahrt nach Lathen und zurück Auskunft geben. Im vergangenen Jahr wurde die Bahnstrecke zwischen Werlte und Lathen über Sögel wieder hergestellt.


In einer gemeinsamen Initiative hatten sich der Wirtschaftsverband Sögel und der HGV Werlte im Jahre 2013 für den Erhalt der Bahnstrecke von Werlte über Sögel nach Lathen eingesetzt, erinnerten die beiden Vorsitzenden Anja Deeken-Rickermann und Wilhelm Heermann in Stellvertretung für Dirk Pommerinke die über 50 Gäste am Bahnhof in Werlte. „Wir gaben damals zu bedenken, dass wir Hümmlinggemeinden, die weder an einer Autobahn noch an einer Bundesstraße liegen, durch eine endgültige Stilllegung der Gleisanlage weiter benachteiligt würden.“ Deeken-Rickermann und Heermann: „Jetzt wollen wir uns gemeinsam freuen, dass die Bahnstrecke wieder intakt ist. Mit dem Bau von zwei Ladegleisen in Werlte und Sögel wird dann künftig auch der Güterverkehr rollen können.“

„Es gibt Entscheidungen, die rational bedingt sind, und es gibt solche, die emotional bedingt sind“, sagte Marc-André Burgdorf, Dezernent beim Landkreis Emsland. „Das Projekt war von beidem beeinflusst, und wir sind froh, dass es so gekommen ist.“ 2011 war die Bahnstrecke von Lathen nach Werlte zunächst stillgelegt worden. „Gemeinsam mit den Bürgermeistern von Werlte und Sögel sind wir dann allerdings zu dem Entschluss gekommen, dass wir diese Infrastruktur nicht aufgeben möchten“, erzählte der Dezernent. Im Jahre 2017 wurde dann die Sanierung der Bahnstrecke abgeschlossen.

Rosen ergänzte, dass zur tatsächlichen Nutzung in Sögel und Werlte Umfahrungsgleise mit jeweils 450 bis 500 Meter Länge notwendig sind. Erst dann sei eine sinnvolle Nutzung der Bahngleise realisierbar. In Sögel sollen die Arbeiten Ende 2018 gestartet und Mitte 2019 beendet werden. Auch in Werlte wird das Verfahren in diesem Jahr beantragt, „sodass die Maßnahmen 2019 hoffentlich beginnen und 2020 beendet werden“, so der Geschäftsführer.

Kritiken wies stellvertretender Landrat Wilfried Lübs zurück. „Wer jetzt die Nutzung der Bahngleise in Frage stellt verhält sich wie jemand, der einen Rohbau besichtigt und sich wundert, dass noch keiner im Hause eingezogen ist.“ Auch Samtgemeindebürgermeister Günter Wigbers machte sich für die Strecke stark. „Ich glaube, dass wir hier für die zukünftige Entwicklung der Region den richtigen Schritt getan haben“, sagte er auch im Namen seines Kollegen aus Werlte Ludger Kewe. „Und ich glaube, irgendwann werden das trotz einiger Kritiken auch alle begreifen.“

Die Resonanz am Ende der Pingel-Anton-Tour fiel durchweg positiv aus. „Es war sehr interessant“, waren sich die Teilnehmer einig. „Schöner Nebeneffekt ist, dass die Strecke nun auch wieder von dem Verein Museumseisenbahn Hümmlinger Kreisbahn für Fahrten mit dem Pingel-Anton genutzt werden kann.“, sagte Organisatorin der Informationsfahrt Ingrid Cloppenburg. Anfragen hierfür können direkt an Jens Niermann im Touristikbüro der Samtgemeinde Werlte gestellt werden.

Text/Foto: Wirtschaftsverband Sögel/HGV Werlte